VON VERENA SCHELLANDER / Kärntner Tageszeitung
Micha Payer und Martin Gabriel sind nicht nur privat ein Paar - auch in ihrer Kunst treten die gebürtige Wolfsbergerin und der Linzer im Doppelpack auf. Für ihre frische und unsentimentale Umsetzung des Themas “Familiensilber” hat die Jury des 8. Bank-Austria-Kunstpreises das Künstlerpaar zum Sieger gekürt.
Der Begriff Familie in all seinen Facetten ist zentral in Payers und Gabriels Werk: Immer wieder bringen sich die beiden mitsamt Nachwuchs in ihre Arbeiten ein. Mal posiert die Familie in “Räuberleiter”-Position, dann taucht sie wieder in feinen Buntstiftzeichnungen zwischen Alltagsgegenständen, Tieren und Barockmöbeln auf. Auch mit faszinierender Objektkunst aus Zündhölzern und Porzellan ist das Künstlerduo in der Werkschau präsent.
Der zweite Preis ging an die gebürtige Villacherin Nina Gaugelhofer. Zwar liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit in den Bereichen Visual Art, Screen Design und Graphic Design - in jüngerer Zeit gewinnt aber die traditionelle Malerei mehr Raum. Auch jetzt zeigt Gaugelhofer neben zwei Filmbeiträgen vor allem großflächige Ölarbeiten von immenser Farbintensität. Ein altes Ehepaar vor einem knorrigen Baum, ein Taucher in dunkelblauen Tiefen und starke Frauenfiguren - immer steht der Mensch in seinen unterschiedlichsten Lebenssituationen im Blickpunkt. In ihren Landschaftsbildern setzt sich Gaugelhofers faszinierendes Farbspiel fort.
Neben den Gewinnern zeigt die Galerie auch Arbeiten von Heiko Bressnik, dem künstlerischen Juror des Preises. Seine jüngsten Arbeiten zum Thema “Fundfarben” zeugen von großer Experimentierfreudigkeit - unter Verwendung des fein zerriebenen Materials der abgebildeten Objekte.


