Was haben ein abstraktes Bild, ein Mutter-Sohn-Video und mit Zeichen versehene Texte gemein? Lernen über Beziehungen: im Kunstraum Lakeside.
“Sich in diesem Sinne ähnlich machen” - so nennt Tanja Widmann, Künstlerin, Autorin, Kuratorin und Unterrichtende an der “Angewandten” Wien ihre im Kunstraum Lakeside zurzeit “ausgebreitete” Arbeit. Auf Tischen, unter Glasplatten, als Videofilm, als Text, als Interview, als blasse Zeichnungen auf Stellwänden, als Reaktion auf die Arbeit anderer Künstlerinnen …
Teil der Reihe
“Lernen von …” heißt die Reihe im Kunstraum in diesem Semester, in der Konsequenz des Vermittelns von Denkprozessen, die über die Ausstellung hinauswirken, die der Betrachter selbst, nachdem er die Impulse der Schau aufgenommen hat, bei sich weiterführt … Und offen lässt, was “sie” oder “er” sich davon für sich, im Kopf, im Solarplexus, an der “innersten Wand” aufhängen.
Das Thema ist Widmanns Reflex auf das Buch Postpartum Document (1976/1977) der US-Amerikanerin Mary Kelly, die sich reglementiert und psychoanalytisch der Mutter-Sohn-Beziehung widmete.
Prinzip des Widerspruchs
Widmann greift dies auf, widerspricht der Starre von Schlüssen in einem Video mit ihrem eigenen Sohn Ilja, widerspricht ihrer eigenen Arbeit durch ein Interview danach mit Ilja, nimmt ein Bild von Constanze Schweiger als Beziehungs-Abstraktion her, versetzt eigene und Kellys Texte mit geometrischen Zeichen, zeigt die “Fetzenfische” als Anpassungsmeister der Natur - Identitätsverweigerer, die sich durch ihr Verhalten erst recht wieder selbst definieren … Nichts für Fertigkost-Fans. Dafür jede Menge Nachdenkstoff. Noch bis 13. Februar im Kunstraum Lakeside abzuholen.
Bericht: Maja Schlatte, Kärntner Tageszeitung


