Mit einem feierlichen Festakt wurde die Frankfurter Buchmesse eröffnet. China, das diesjährige Gastland, garantiert Diskussion.
VON MAJA SCHLATTE / Kärntner Tageszeitung
Wie hieß das noch? “Er hatte eine einfache Art, aus allem ein Geheimnis zu machen - er sprudelte es Chinesisch hervor …” Bloß, so recht wollen einem Bonmots im Zusammenhang mit dem diesjährigen Gastland der größten Bücherschau der Welt, der Frankfurter Buchmesse, nicht so einfach über die Lippen kommen. China sieht darin eine, no na, willkommene Möglichkeit, Imagearbeit zu leisten, vor der Welt nicht nur als Wirtschaftsgröße dazustehen. Aber die Buchmesse ist kein staatlicher chinesischer Rundfunk - und daher gab es bereits im Vorfeld genug Einmahnungen zur Freiheit des (gedruckten) Wortes in diesem Land. Für die Zensur und Steuerung seitens des Staates ist das Vorhaben nicht ganz “aufgegangen”. Die Staatliche Verwaltung für Presse und Publikationen (GAPP), die in China als oberste Behörde entscheidet, was veröffentlicht wird und was nicht, ließ selbst rund 80 Bücher ins Deutsche übersetzen. Trotzdem sind in Frankfurt, zumindest im inoffiziellen Programm, Bücher von Exilchinesen und regimekritischen Autoren präsent.
Verhinderung von Meinungsfreiheit bekommt aber noch einmal eine Drehung im Fall Tibet. Ein Antrag, Infobroschüren bei der Buchmesse in Gängen zwischen den Ständen verteilen zu können, hat die Messeleitung untersagt. Aber die Tibet-Initiative Deutschland stellt in Frankfurt ein Buch der tibetischen Schriftstellerin Tserin Woeser vor.
Somit bleibt die Hoffnung, dass das Thema “Meinungsfreiheit” der eigentliche Gast in Frankfurt sein möge.


