Rubrik: Artikel
veröffentlicht am 20.12.2008

Landeskulturpreis für Dieter Kaufmann

ein Artikel von Wolfgang Handler zum Thema Musik

Sieben Förderungspreise, ein Anerkennungspreis, zwei Würdigungspreise und der Landeskulturpreis wurden 2008 von Kulturreferent LR Harald Dobernig im Casineum Velden verliehen.

Insgesamt gingen Preisgelder in Höhe von 62.700 Euro an die Kulturschaffenden. Der mit 14.500 Euro dotierte Landeskulturpreis wurde an den Komponisten Dieter Kaufmann für außerordentliche Leistungen im Bereich Musik verliehen.

Kulturreferent LR Harald Dobernig bezeichnete die Kultur als ein “prägendes Element der Gesellschaft”. Sowohl die Hochkultur als auch die Volkskultur würden eine bedeutende Rolle spielen. Er selbst scheue auch den Dialog mit kritischen Kunstschaffenden nicht und habe keine Angst vor Freidenkern. Zum Auftritt von Schriftsteller Janko Messner sagte Dobernig, dass die Kulturbühne oft auch für politische Botschaften genutzt werde. „Wenn Künstler immer die absolute Freiheit der Kunst einfordern, muss umgekehrt auch die Akzeptanz für anderer Meinungen möglich sein“, so der Kulturreferent.

Den Landeskulturpreis nahm Komponist Dieter Kaufmann persönlich entgegen. Die Laudatio hielt Bruno Strobl vom Fachbeirat für Musik. Das Werk Kaufmanns zeuge von einem großen Engagement und einer gewissen Besessenheit. Es habe ihn auch immer der Widerstand gegen Etabliertes ausgezeichnet, so Strobl. Kaufmann dankte dem Land Kärnten für die Auszeichnung, aber auch seiner Frau, der Schauspielerin Gunda König. Wenn man bedenke, dass viele Auszeichnungen auch an kritische Künstler vergeben würden, sei es um die Demokratie in Kärnten nicht so schlecht bestellt, merkte der Preisträger an.

Dieter Kaufmann, geboren 1941 in Wien und aufgewachsen in Kärnten, ist ein Komponist mit Schwerpunkt auf elektroakustischer und experimenteller Musik. Seine musikalische Ausbildung erhielt er bei Karl Schiske, Gottfried von Einem und in Paris bei Olivier Messiaen und René Leibowitz sowie im Bereich der elektroakustischen Musik bei Pierre Schaeffer und François Bayle. Ab 1970 lehrte Dieter Kaufmann an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, 1975 gründete er gemeinsam mit seiner Frau und dem Tontechniker Walter Stangl das K & K Experimentalstudio. 1988 bis 1991 war er Präsident der Gesellschaft für elektroakustische Musik. Die künstlerische Vielseitigkeit Kaufmanns spiegelt sich in seinen Werken (Musiktheater, Opern, Kammermusik, Chormusik, Klavier- u. Orgelwerke, Werke für Blasorchester, elektroakustische Musik, Computermusik) wider.

Der Würdigungspreis für besondere Leistungen im Bereich Architektur und Verdienste um die Baukultur ging heuer an Architekt Peter Nigst. Der Würdigungspreis für Geistes- und Sozialwissenschaften wurde an Joachim Bodenhöfer, Geschäftsführer des Instituts für Höhere Studien Kärnten, verliehen. Die Laudatio hielt Winfried Müller von der Universität Klagenfurt. Der Würdigungspreis für Literatur ging an Janko Messner, der von Gerhard Moser, Fachbeirat für Literatur, vorgestellt wurde. Die Würdigungspreise sind mit jeweils 6.000 Euro dotiert.

Der mit 5.000 Euro dotierte Anerkennungspreis für Elektronische Medien, Fotografie und Film wurde an Horst Dieter Sihler verliehen. Die mit 3.600 Euro dotierten Förderpreise gingen an Max Seibald für Bildende Kunst, Lukas Zuschlag für Darstellende Kunst, Silke Hassler für Literatur, Bernhard Mallinger für Musik, den slowenischen Kulturverein Danica für Volkskultur, Heidi Rogy für Geistes- und Sozialwissenschaften und Alexander Felfernig für Naturwissenschaften/ technische Wissenschaften.

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