Rubrik: Interview
veröffentlicht am 14.11.2008

Cleave: Weit gereist

ein Interview von Sandra mit Marian von Cleave

In diesem Interview erzählt Marian von der Band Cleave von ihrem neuen Album, ihren Auftritten in den USA und dem Pro und Contra von Band-Contests.

Redaktion: Seit wann gibt es euch und wer sind eure Mitglieder?

Marian: Die Band Cleave gibt es seit 2004. Wir haben einen neuen Schlagzeuger und einen zweiten Gitarristen seit diesem Jahr. Die jetzigen Mitglieder sind Rainer (Bass), Florian (Gitarre), Flo (Drums) und ich (Gesang, Gitarre).

Redaktion: Habt ihr schon CDs veröffentlicht?

Marian: Unser erstes Album haben wir 2005 österreichweit und in Amerika über Universal veröffentlicht. Am 7. März diesen Jahres haben wir unser zweites Album “Evoke the Self” bei crater8records veröffentlicht. Ab Ende des Jahres gibt es das neue Album auch in Deutschland, wozu wir auch eine Tour machen werden. Zur Promotion in Österreich gibt es auch eine Tour.
Am 19. Oktober hat unsere Single “The Sleep” am Sender Okto Premiere gehabt. Bald soll das Video auch auf Go-TV zu sehen sein und nach der Veröffentlichung des Albums in Deutschland auch auf MTV und so weiter.

Redaktion: Ihr seid schon viel in der Welt herumgekommen. Wo wart ihr schon überall?

Marian: Wir haben eine Amerika-Tour hinter uns, waren in Spanien, Deutschland, Italien und allen möglichen österreichischen Städten.

Redaktion: Amerika? Das klingt großartig! Wie kam das?

Marian: Uns wurde immer schon gesagt, dass wir eher amerikanische Musik machen. So war es klar, dass wir dort einmal hin müssten. Wir hatten dort 17 Auftritte, wobei man sagen muss, dass wir dem Produzenten von David Bowie sehr viel zu verdanken haben. Wir waren auch eine der wenigen österreichischen Bands, die im CBGBs gespielt haben.

Redaktion: Was wollt ihr als nächsten Schritt in eurer musikalischen Entwicklung machen?

Marian: Nach der Deutschland-Tour wollen wir wieder nach Amerika, diesmal aber nicht wirklich wegen Auftritten, sondern um “Artist Development” zu betreiben. Wir wollen drei oder vier Monate in LA verbringen und uns dort mit anderen Musikern austauschen. Wir möchten uns so weit entwickeln, dass wir in Zyklen arbeiten können-ein halbes Jahr am Stück auf Tour sein und im anderen halben Jahr an einer CD arbeiten. Das ist in den USA viel leichter als in Europa, bei uns findet man keinen einheitlichen Markt vor, schon alleine die unterschiedlichen Sprachen sind ein Hindernis. Das ist in Amerika nicht so.

Redaktion: Das heißt aber auch, dass ihr sehr flexibel sein müsst. Ist das mit dem vereinbar, das ihr macht, wenn ihr keine Musik macht?

Marian: Ja, zwei von uns sind Musiker mit Nebenjobs, einer ist Sudent und einer macht jetzt die Schule fertig.

Redaktion: Ihr habt auch einmal klein angefangen und dazu bieten sich Band-Contests an. Was sagst du dazu?

Marian: Wir haben keine guten Erfahrungen damit, wir haben wohl an einem teilgenommen, aber gewonnen haben wir nicht. Wir waren vielleicht einfach nicht gut an dem Tag (lacht). Wir haben in der Band schon oft musikphilosphische Diskussionen geführt und sind der Meinung, dass man Musik nicht wirklich bewerten kann. Wir sind davon überzeugt, dass eine Band eine Einheit ist und der Zusammenhalt und das Drumherum um die Band das Wichtige ist. In einem 15-Minuten-Auftritt kann man das sicher nicht beurteilen. Es ist auch eine Ego-Sache. Es gibt gute Leute, die an einem Band-Contest mitmachen, und diesen trotzdem nicht gewinnen. Bei diesen Leute kann das richtig an die Substanz gehen, die sind dann am Boden zerstört.

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