Peter Handke war erst 23 Jahre alt, als er gegen das damals konventionelle Theater rebellieren wollte und mit der Publikumsbeschimpfung ein anti-dramatisches Drama verfasste. Geplant war, dass es ein Skandal werden sollte - geworden ist es ein Erfolg. Auch das Klagenfurter Ensemble hat sich an das Stück herangewagt mit Sissi Noe, Katharina Schmölzer, Hermann J. Kogler und Mihi Kristof in der Besetzung. Zugegeben: so gut hat mich noch niemand beschimpft.
“Sie werden kein Schauspiel sehen. Ihre Schaulust wird nicht befriedigt werden. Sie werden kein Spiel sehen. Hier wird nicht gespielt werden.” Das ist der Beginn des Sprechstücks, das in dieser Tonart noch einige Zeit weitergeht. Zu Beginn wird man noch willkommen geheißen, allerdings kommt kein Gefühl des Willkommmenseins auf. Die Darsteller, die eigentlich nichts darstellen, wie sie selbst sagen, und die auch nur die Meinung des Autors transportieren, treten stimmgewaltig auf. Sie sprechen mit dem Publikum, aber eigentlich sprechen sie durch es durch. Die Interaktion, die gleiche Beleuchtung auf der Bühne und im Publikumsbereich und das direkte Angesprochen-Werden irritieren in höchstem Maße. Und am Ende wird man beschimpft, so wie es zu Beginn schon angekündigt wird. Das ganze wird verpackt in ein nettes Acapella-Lied, das mit einer eingängigen Melodie beinahe zum Mitsingen einlädt.
Alles in allem ein gelungener Theaterabend der anderen Art. Für alle, die bis jetzt noch nicht die Möglichkeit gefunden haben, sich “ordentlich etwas hineinsagen zu lassen”, gibt es am 15. 1. 2009 noch einmal die Möglichkeit.
Weitere Informationen findet man auf der Homepage des KE





