Das Gehen und Reisen ist ein zentrales Thema der Südtiroler Künstlerin Erika Inger. Dass sie auch künstlerisch in Bewegung bleibt, zeigt ihre Werkserie “All Souls Clinic”, die in der Galerie Freihausgasse zu sehen ist.
In erster Linie Steinbildhauerin, verbindet die Künstlerin nun Fotografien von ihrem Afrikaaufenthalt mit skulpturalen Fundstücken wie Salzbrocken, Fenstergriffen aus Messing oder roter Erde. Eine aufgeschobene Metallbox, die einer Zündholzschachtel gleicht, vereint Bild und Objekt.
Immer wieder tauchen Aussagen religiöser Natur oder hoffnungsvolle Worte in den Fotos auf, die schließlich vom Bildrand abgeschnitten werden. Die Serie verdankt ihren Titel einem Foto, das die “All Souls Clinic” in der Stadt Accra zeigt: Auf der Hauptfassade der Klinik wird in großen Lettern darauf hingewiesen, dass der Inhaber in Bonn studiert habe und daher offensichtlich als vertrauenswürdig gilt. Erika Inger zeigt ihre Betroffenheit von Leid und Armut, kritisiert aber auch den westlichen, konsumorientierten Kunstbetrieb. Installationen mit Dung oder alten Autoreifen veranschaulichen Recyclingvorgänge, die das Nichts, den Abfall, zu etwas Lebensnotwendigem wie zum Beispiel Heizmaterial verwandeln.
* Vernissage “All Souls Clinic” in der Galerie Freihausgasse. Zu sehen bis 26. März.
von Verena Schellander

